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Die weißen Tauben sind noch lange nicht müde

Das ist heute ein Novum, dass ein und derselbe Artikel auf allen meiner vier Blogs und Homepages erscheint, unterschiedlicher in der Thematik könnten meine Seiten landpirat.de, starautogramme.de, werraland.net und norbx.de nicht sein.

Sicher habt ihr schon den neuen Profilbutton oder wie man es im jeweiligen Netzwerk nennen mag schon gesehen, wo der Spruch: „Friede ist kein Naturprodukt, er wächst aus menschlichen Handeln“ steht. Ich habe diesen Satz aus zwei Gründen gewählt. Zum einen, weil er wahrer ist, als manch einer ihn wahrhaben möchte. Zum anderen, weil er vom ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann stammt. Einen Mann, dessen Eltern aus meiner Heimatstadt Eschwege kamen.

Meine Generation darf sich glücklich schätzen, dass sie in diesem Land in Frieden leben kann. Seit 76 Jahren gab es keinen Krieg mehr in Deutschland. Wenn man den Bosnienkrieg nimmt, haben wir seit über 25 Jahren Frieden in Mitteleuropa. Meine Eltern – mittlerweile leider beide verstorben – kannten noch den Krieg, dessen Folgen und Vertreibung.

Gestern Morgen starb dieser Frieden mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine.

Gewalt und Krieg sind keine Lösung.

Das sollten alle sich auf die Fahnen schreiben.

Wir haben auf diesem Planeten genug Probleme, die über Landes- und Kontinentegrenzen uns über Jahre und Jahrzehnte beschäftigen werden, sodass wir uns so nationalistische und kleingeistige Konflikte wie derzeit in der Ukraine eigentlich nicht leisten können. Und ehrlich gesagt, sollten wir Menschen im 21ten Jahrhundert doch so viel gelernt haben, dass wir Konflikte ohne Waffen austragen können.

Leider ist es aber so, dass es Menschen gibt, die im ewigen Gestern leben und sich das große Sowjetreich wieder wünschen; dass es Menschen gibt, die sagen, dass sie Frieden wollen, aber deren Worte kaum mehr als heißer Dampf sind. Und dazwischen gibt es noch die, die glauben aus der Situation ihre eigenen Profite ziehen zu können.

Wir haben nur eine Welt, aber am Ende zählt nur das ICH.

Einen Trump haben wir für geisteskrank erklärt, aber letztlich zählt nicht nur für ihn, das Amerika First. Ein Putin sagt durch die Blume schon seit über 10 Jahren, das er am liebsten eine Zeitreise in die 80er und damit vor dem Fall des eisernen Vorhangs machen würde, aber die ganze Welt sieht weg, und beachtet nicht wie Aufgerüstet wird.

Wenn es hart auf hart kommt, zählt nur Macht, Machterhalt und im Zweifel Gewalt, um die ersteren Ziele zu erreichen oder zu behalten.

Funktioniert hat Gewalt nur selten.

Der Golfkrieg wurde zum Wegbereiter islamischer Terrorregime. In Afghanistan haben sich sowohl die damalige Sowjetunion, als auch die westlichen Länder bis auf die Knochen blamiert. Und alles nur unter dem Vorwand, einer Region Frieden und Stabilität zu bringen.

Änderungen funktionieren nur, wenn diese vom Volk ausgehen. Das zeigen die Länder, die in den Zeiten von Glasnost und Perestroika friedlich den Umschwung schafften, so unperfekt wie manche Demokratien in den Ländern dort heute rüberkommen.

Als Schüler sind wir aufgestanden. Wir haben gegen den Krieg im Irak demonstriert. Wir haben gegen Krieg in Afghanistan protestiert.

Die Zeit verging. Die Proteste wurden leiser. Vielleicht dachten viele, es sei auch nicht mehr nötig für den Frieden zu kämpfen, weil Regime schwächer erschienen, viele Despotenstaaten stürzten und die weißen Tauben tatsächlich müde waren.

Wir sollten uns im Klaren sein, dass die Ukraine nicht das Ende sein wird, wenn wir das töten einfach so hinnehmen. Die Frage wäre nur: Wer wäre der Nächste? Georgien? Moldawien? Würde man versuchen, die ehemaligen Satellitenstaaten umzustürzen und die Welt wieder in mittelalterliche Rhetoriken und den „Kalten Krieg“ drängen wollen?

Die Mächtigen in Russland hätten gerne wieder ihr Großrussisches Reich, die Chinesen möchten ihre Vormachtstellung in Asien ausbauen, die Amerikaner sehen sich immer an der ersten Stelle. Jeder für sich, jeder gegen seinen Feind. Und Feinde meines Feindes sind Freunde, mögen es hinter vorgehaltener Hand doch noch so Schurken sein.

Dieser Tage werden wir eines anderem belehrt:, und zwar dass es wichtig ist, Tag für Tag für Frieden einzustehen.

Ich habe einen Traum! Nicht unbedingt, den aus einer Kloschüssel trinken zu können, ohne dass man Ausschlag bekommt. Aber den, dass es irgendwann auf diesem Planeten unwichtig ist, wer man ist, woher man kommt, und ob man arm oder reich ist. Das jeder die gleichen Chancen hat, etwas aus seiner Zukunft zu machen. Dass Landesgrenzen, Waffen, Macht und Reichtum unwichtig und Armut, Krankheit und ökologische Probleme überwunden werden. Es wäre ein Traum, dass jeder Mensch die gleiche Chance auf Bildung hat und dass es niemanden interessiert, welche an welche Religion man glaubt oder wie seine sexuelle Orientierung ist.

Und wenn man diesem Traum nur einen Schritt näher käme, bestünde die Chance aus dieser Welt eine bessere Welt zu machen. Gemeinsam.

Ich habe auch den Traum, dass das morden und kämpfen aufhört. Dass Konflikte friedlich gelöst werden und andere Standpunkte respektiert werden.

Weniger Ich, mehr Wir. Im kleinen, sowie im Großem. Dann könnte diese Welt ein verdammt lebenswerter Ort sein.

Und damit dieser Ort entsteht, müssen wir alle entsprechend Handeln.

Nein, die weißen Tauben sind noch lange nicht müde und sie sind heute wichtiger denn je zuvor. Unser aller Handeln bestimmt, ob wir es schaffen, gemeinsam aus dieser Welt einen besseren Platz zum gemeinsamen Leben zu machen, sowohl im großen als auch im kleinen.

Foto: canva Pro / Beitragsbildlayout: canva Pro und Norbert Beck

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