16. Januar 2026

Sind Autogramme echt?

Warum es im Autogrammhandel keine 100-prozentige Sicherheit gibt

„Bis zu 90 Prozent aller Autogramme sind gefälscht.“
Solche Aussagen tauchen regelmäßig in TV-Beiträgen, YouTube-Videos oder Schlagzeilen auf. Sie klingen dramatisch – und sie verunsichern Sammler. Aber stimmen sie wirklich?

Die ehrliche Antwort lautet: So einfach ist es nicht.
Denn die Frage, ob ein Autogramm echt ist, lässt sich fast nie mit einem klaren Ja oder Nein beantworten.

Wer entscheidet eigentlich, was echt ist?

Viele gehen davon aus, dass es „die Experten“ gibt, die Autogramme eindeutig prüfen können. In der Realität ist das komplizierter. Denn: Autogrammexperte ist kein geschützter Beruf. Jeder darf sich so nennen.

Es gibt:

  • erfahrene Sammler, die sich seit Jahrzehnten mit bestimmten Stars beschäftigen
  • Händler, die nebenbei auch Gutachten ausstellen
  • Prüfer, die für Zertifizierungsfirmen arbeiten
  • und leider auch Menschen, die sehr selbstbewusst auftreten, aber wenig Substanz haben

Das erklärt, warum verschiedene Experten ein und dasselbe Autogramm unterschiedlich beurteilen können.

Wenn Technik nicht mehr hilft

Gedruckte Unterschriften, Autopen oder Stempel sind meist gut zu erkennen. Sobald aber ein Mensch selbst einen Stift in der Hand hatte, wird es schwierig.

Denn eine Unterschrift ist kein festes Logo. Sie verändert sich ständig. Zum Beispiel durch:

  • Alter
  • Krankheit oder Verletzung
  • Stress oder Zeitdruck
  • einen anderen Stift oder Untergrund

Wer schon einmal Autogramme von einem Star aus verschiedenen Lebensphasen verglichen hat, weiß: Die können komplett unterschiedlich aussehen – und trotzdem alle echt sein.

Das eigentliche Problem: gute Fälschungen

Die größte Herausforderung sind nicht schlechte Fälschungen, sondern gute. Fälscher arbeiten oft mit echten Vorlagen und versuchen, genau diese Unsicherheiten nachzuahmen.

Gleichzeitig gibt es echte Autogramme, die „komisch“ aussehen, weil sie unter ungünstigen Umständen entstanden sind. Das führt zu einer unangenehmen Wahrheit:

Manche echten Autogramme wirken verdächtig –
und manche Fälschungen sehen auf den ersten Blick überzeugend aus.

Und dann kommen die Zertifikate ins Spiel

Spätestens hier fühlen sich viele Sammler sicher: Ein Zertifikat ist dabei, also muss das Autogramm echt sein – oder?

Leider nein.

Ein Zertifikat sagt nur eines aus:

Der Aussteller hält das Autogramm für echt.

Nicht mehr.
Es ist kein amtlicher Nachweis, keine Garantie und kein Beweis.

Besonders kritisch sind Zertifikate, die vom Verkäufer selbst stammen. Auch bekannte Zertifizierungsfirmen können irren – und haben das in der Vergangenheit auch getan.

Zertifikate können helfen, sie können ein Hinweis sein. Aber sie ersetzen kein eigenes Nachdenken.

Onlineplattformen und falsche Sicherheit

Auf Plattformen wie eBay findet man Kategorien wie:

  • „echt, zertifiziert“
  • „echt, ohne Zertifikat“

Das klingt vertrauenerweckend, ist aber irreführend. Denn eBay prüft nichts. Der Verkäufer entscheidet selbst, in welche Kategorie er sein Angebot einordnet.

So kann eine Fälschung mit einem hübschen Papier seriöser wirken als ein echtes Autogramm ohne Zertifikat.

Was kann ein Zertifizierer wirklich leisten?

Auch der beste Prüfer der Welt kann am Ende nur sagen:

„Meiner Meinung nach ist dieses Autogramm wahrscheinlich echt“
oder
„Ich halte es eher für unecht“.

Mehr geht nicht.

Niemand kann rückwirkend beweisen, wer vor Jahren einen Stift in der Hand hatte. Wer etwas anderes behauptet oder mit „100 Prozent echt“ wirbt, verspricht mehr, als er halten kann.

Wann gibt es echte Sicherheit?

Absolute Gewissheit gibt es nur in wenigen Fällen:

  • man war selbst beim Signieren dabei
  • es gibt klare Fotos oder Videos
  • die Herkunft ist lückenlos dokumentiert

Aber auch das ist selten – und manchmal sogar fälschbar.

Wie sollte man als Sammler damit umgehen?

Ein paar einfache Grundregeln helfen mehr als jedes Zertifikat:

  • Misstrauisch sein, aber nicht paranoid
  • Auf die Geschichte hinter dem Autogramm achten
  • Preis, Menge und Verkäufer kritisch hinterfragen
  • Dem eigenen Bauchgefühl vertrauen

Oder anders gesagt:

Wenn etwas zu gut aussieht, um wahr zu sein, ist es das oft auch.

Fazit

Sind viele Autogramme gefälscht? Ja – besonders in bestimmten Bereichen ohne nachvollziehbare Herkunft.
Sind pauschal „90 Prozent aller Autogramme“ gefälscht? Nein – das ist zu einfach gedacht.

Autogramme lassen sich bewerten, vergleichen und einordnen. Beweisen lassen sie sich fast nie.

Foto/Bild: canva PRO / Design: canva PRO & Norbert Beck


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Mal im Ernst, jeder der schreibt macht mal irgendwann Fehler. Die Beiträge in diesem Magazin werden seit Anfang 2026 teilweise mit KI-Unterstützung erstellt – als Schreibhilfe, nicht als Ersatz für eigene Meinung, Erfahrung oder Recherche. Inhaltliche Verantwortung, Auswahl der Themen und redaktionelle Entscheidung liegen weiterhin beim Autor. Auch einige Beitragsbilder entstehen mit Unterstützung von KI, werden aber bewusst ausgewählt und angepasst.


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Norbert Beck

Norbert Beck sammelt seit seiner frühen Jugend Autogramme und beschäftigt sich seit über 30 Jahren intensiv mit dem Thema. Anfang der 1990er Jahre gab er erste Sammlerpublikationen heraus und war an der Gründung eines Autogrammsammlervereins beteiligt, für den er viele Jahre redaktionell und organisatorisch tätig war. In dieser Zeit erreichte die Vereinszeitschrift mehrere tausend Leser, zudem war er regelmäßig Ansprechpartner für Medien und in Radio- und Fernsehsendungen zu Gast. Als Sammler entwickelte er sich vom Fußballbereich zu einem universellen Sammelansatz, mit besonderen Schwerpunkten auf persönlichen Autogrammen und einer umfangreichen Star-Trek-Sammlung. Nach seinem Rückzug aus der aktiven Vereinsarbeit begann er, seine Sammlung schrittweise aufzulösen. Seit 1998 betreibt er die Plattform starautogramme.de, auf der er seine Erfahrungen, Einschätzungen und das Wissen aus mehreren Jahrzehnten Autogrammsammeln weitergibt.

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